Guten Abend und willkommen zu einer Art kurzen Einführung ins Format der Mangas (und grob gefasst wohl auch der Animes).

Ich wurde aus verlässlicher Quelle informiert, dass einer der Gründe, wieso es schwer fällt sich mit Mangas und Animes zu beschäftigen die vielen unbekannten (und auf den ersten Blick wohl auch verwirrenden) Begriffe sind, mit denen so um sich geworfen wird. Genau da wird dieser Eintrag nun ansetzten, also auf geht’s!

Fangen wir bei den Büchern (und Serien) selbst und ihren Autoren an:

Manga sind vereinfacht gesagt Comics aus Japan, meistens schwarz-weiß in der Gestaltung und sie werden meistens von rechts nach links gelesen.

In dem Zusammenhang will ich auch noch kurz Manhua (Comics aus China) und Manhwa (Comics auf Taiwan) erwähnen, da sie oftmals in denselben Zusammenhängen auftauchen.

Anime bezeichnet im Allgemeinen Animationsserien und -filme, die in Japan produziert wurden; darunter sind unter anderem auch Verfilmungen von Mangas.

Mangaka ist der Begriff, mit dem Manga-Autoren bezeichnet werden.

So viel dazu. Die nächste Welle an Terminologie rollt auf einen zu, wenn man sich Genre-Bezeichnungen ansieht:

Shōjo und Shōnen sind wohl die Begriffe, die man am ehesten aufschnappt. Interessant hierbei ist, dass die beiden Genres vielmehr Zielgruppen beschreiben, als ein bestimmtes Genre zu beschreiben, denn Shōjo bedeutet übersetzt „Mädchen“ oder „Junge Frau“ und ist auf eben diese angesetzt. Die Geschichten haben oftmals einen Fokus auf Romantik (oder Emotionen generell) und die Zeichnungen sind eher fein.

Shōnen bedeutet übersetzt „Junge“ und genau das ist, wie schon bei Shōjo, die Zielgruppe. Die Erzählungen sind actionlastiger und der Zeichenstil im Vergleich simpler und kräftiger. Die unterschiedlichen Zeichenstile seien an dieser Stelle erwähnt, weil sie – wenn auch subtil – Auswirkungen darauf haben, wie der Manga als Ganzes wahrgenommen (wie das bei Comics generell eben so ist).

Die älteren Ausführungen, wenn man es so nennen kann, sind Josei (Geschichten, die für erwachsene Frauen intendiert sind) und Seinen (Geschichten, die für erwachsene Männer intendiert sind).

Was die räumliche und zeitliche Komponente angeht ist keines des vier Genres so wirklich festgelegt, sie können also von Alltagsgeschichten über Historische Erzählungen bis hin zu Fantasy, Science Fiction oder einem Mix aus allen vorher genannten alles behandeln.

Und zu guter Letzt wenden wir uns noch Genrebegriffen zu, die tatsächlich den Inhalt beschreiben:

Hentai ist da wohl der bekannteste Begriff und bezeichnet kurz gesagt Pornografie. Davon wird oftmals Ecchi als, im Vergleich zu Hentai, softpornografisch abgegrenzt. Meines Wissens nach handelt es sich hauptsächlich um heterosexuelle Darstellungen.

Shōnen Ai/Yaoi sind Genres, die männliche Homosexualität thematisieren. Der Unterschied zwischen den beiden ist, dass Yaoi explizite sexuelle Handlungen oder Beziehungen thematisiert bzw. diese auch darstellt und Shōnen Ai im Gegensatz dazu den Fokus auf Romantik und die Entwicklung romantischer Beziehungen legt. Die Zielgruppe dieser Genres sind übrigens eine weibliche Leserschaft, was natürlich nicht bedeutet, dass nur Frauen diese Mangas lesen.

Shōjo Ai/Yuri thematisieren, wie man vielleicht erahnen kann, weibliche Homosexualität und die Unterscheidung zwischen den beiden funktioniert genau so wie bei Shōnen Ai/Yaoi.

Bara thematisiert, wie auch Shōnen Ai/Yaoi, männliche Homosexualität, unterscheidet sich allerdings darin, dass es für eine männliche homosexuelle Leserschaft gedacht ist.

Und damit wären wir auch schon am Ende. Ich hoffe, dieser Eintrag hat zumindest ein wenig Licht ins Dunkel des Begriffe-Dschungels gebracht.

4 thoughts on “Manga 101 – Wortgewaber

  1. Sehr schön, jetzt steht man wenigstens nicht mehr wie der Ochs vor’m Berg, wenn es um dieses Genre geht. Auch wenn das – ganz persönlich – nicht meins ist, finde ich es doch wichtig, über alle Strömungen am Buchmarkt wenigstens oberflächlich bescheid zu wissen. Also nochmal danke für die klare Einführung. Gern mehr von solchen Beiträgen!
    Liebe Grüße
    Jürgen

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