Kinder, Kinder! Es ist Donnerstag, wir haben die Woche fast geschafft – wobei ich mich ja aktuell noch im Urlaubssemester Limbo befinde und mich nicht so recht beschweren kann. Der neue Schreibtisch steht, der Tee dampft, die Katze schnurrt – das schreit nach neuer Literatur!

Heute möchte ich euch ein bisschen über Juliane Maibachs Seelenlos-Reihe erzählen, um genau zu sein über den zweiten Band Himmelschwarz. Falls ihr den ersten teil noch nicht kennt, findet ihr die Rezension zu Splitterglanz hier.

“Gemeinsam mit Asrell und Niris versucht Gwen Tares zu retten. Doch als sie ihn wiedersieht, merkt sie schnell, dass etwas anders ist – irgendetwas in ihm sich verändert hat … Um Tares helfen zu können, sieht sie nur einen Weg: Es bleibt ihr nur, die Verisells aufzusuchen und diese darum zu bitten, sie auszubilden. Dort angekommen, muss sie jedoch feststellen, dass die meisten ihr misstrauisch gegenüberstehen. Dennoch versucht Gwen alles, um ihre Kräfte weiterzuentwickeln und merkt dabei schnell, dass im Dorf selbst merkwürdige Dinge vor sich gehen. Was ist das Himmelschwarz? Und was hat Fürst Revanoff damit zu tun? Am Ende birgt das Himmelschwarz nicht nur eine entsetzliche Gefahr, sondern besiegelt auch Gwens größtes Unglück …”

Too long, didn’t read? Tares macht Mist und Gwen muss seinen Hintern retten. Passt wunderbar in die Charakterdynamik der beiden, würde ich mal so meinen.

Ich habe das Buch in etwa genau so schnell eingeatmet wie den ersten Band. Maibach schafft es einfach weglesbare Literatur zu schaffen, ohne dabei in die gefährlichen Bereiche der aTrivialliteratur abzurutschen. Stilsicher schreibt sie sich durch jede Situation, nichts wirkt fehl am Platz. Maibach’s Pacing funktioniert fantastisch, das Buch hat wenig bis keine Längen. Sie hat ihren Ansatz aus dem ersten Band beibehalten, den Leser nicht mit Info-Dumps über neue Rassen, Welten, Bereiche o.Ä. zu überfordern, sondern diese Infos wohldosiert im Rahmen der Geschichte preiszugeben. So macht Fantasy Spaß, auch für eher Genre-fremde Menschen wie mich.

In der Rezension zu Splitterglanz habe ich ja leise vor mich hingeschimpft über die Protagonistin Gwen, welche als starke, interessante weibliche Prota startete, dann aber doch ein bisschen in die klassischen Manic Pixie Dream Girl-Schublade gerutscht ist. Ich bin sehr, sehr froh darüber, dass Maibach die Schublade aufgerissen und Gwen hinausgeholt hat. Gwen zeigt sich deutlich dimensionierter und menschlicher außerhalb Tares’ Schatten; eine Entwicklung, die ihr meiner Meinung nach sehr gut steht. Ich hoffe, dass sich Gwen im dritten Band von einer ähnlichen Seite präsentieren wird.
Zu Tares’ Charakterentwicklung werde ich aus spoilertechnischen Gründen lieber nicht so viel sagen, nur: es wird spannend!

Alles in einem ist Seelenlos – Himmelschwarz für mich eine gelungene Fortsetzung des ersten Bandes, ohne eben nur eine Fortsetzung zu sein. Maibach hat Gwens und Tares’ Universum subsequent weiterentwickelt und ergänzt. Der Lesefluss plätschert ungehemmt so über die Seiten; gerade ich als Serienskeptiker war ungeheuer froh darüber, dass das zweite Buch so wundervoll fortgeführt wurde und nicht als erzwungenes Sequel sein trauriges Buchstabensumpfdasein führt. Einzig und alleine die Tatsache, dass sich in der Heimatwelt von Gwen niemand so richtig um ihr gefühlt wochenlanges Verschwinden schert, hat mich doch hin und wieder mal die Augenbraue hochziehen lassen – mit SMS kann man die besten Freunde eben eigentlich nur begrenzt hinhalten, trotz abwesender Eltern. Vielleicht sind Gwens Freunde eben auch einfach ähnlich lethargisch wie ich, dann passt das schon.

Leseempfehlung? Ja! Gerade Romantasy-Zugeneigten wird die Serie sicherlich gefallen. Der Rest könnte sich ja eventuell – wie ich – selbst dabei ertappen, wie er auf einmal Fantasy mag. Soll vorkommen.
Genug geschwurbelt, vier von fünf anatomisch-korrekten Herzen für Maibach!

Design ohne Titel


Die Autorin Juliane Maibach findet ihr auf Twitter und auf Facebook!

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One thought on “Rezension: Seelenlos – Himmelschwarz von Juliane Maibach

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