Es ist Samstag, Kinder! Samstag! Das bedeutet zwar nicht zwangsläufig, dass ich tatsächlich zum Rezensieren komme – heute haben wir aber alle mal Glück. Die heutige Rezension wird euch mal wieder hochenthusiastisch von meinem Kater Jones präsentiert – der verlässt seit geraumer Zeit meinen Schreibtisch nicht mehr. Aber ich schätze, wir können alle etwas Flauschigkeit in unserem Leben vertragen, nicht wahr?

Nun gut, kommen wir zum wichtigen Teil – namentlich als erstes dem Klappentext, den ich euch nicht vorenthalten möchte.

“»Einer Legende nach streifen die Anmagras der toten Nephim durch die Welt, immer auf der Suche nach einer schwangeren Frau. Sie dringen in die Körper der Ungeborenen ein, töten sie und übernehmen ihren Leib. Wie ein Parasit wachsen sie dann in der Frau heran, die nichts davon ahnt, dass ihr eigenes Kind längst nicht mehr am Leben ist, sondern von diesem gblog.PNGrausamen Geschöpf umgebracht wurde. In diesen Kindern ist von Geburt an nichts Gutes zu finden …«

Auch Gwen muss die Grausamkeiten der Nephim kennenlernen, nachdem sie in einer für sie fremden Welt gelandet ist. Sie hätte niemals gedacht, dass sie sich jemals solche Fragen stellen müsste: Wie findet man den Weg zurück, nachdem man durch einen Spiegel gefallen ist? Wie tötet man ein Wesen, das keine Seele besitzt und beinahe unsterblich ist? Und wie soll man mit einem verschlossenen, schlecht gelaunten Kerl zurechtkommen, der in einem eigentlich nichts anderes als ein Mittel zum Zweck sieht und keinen Wert auf Gesellschaft legt?
Gwen verfügt über eine ganz besondere Gabe, die Tares auch für sich nutzen will: Sie kann das Licht der Splitter des Glutamuletts wahrnehmen. Setzt man diese zusammen, wird einem sein sehnlichster Wunsch erfüllt. Schon bald wird Gwen immer tiefer in die Geschehnisse hineingezogen und muss feststellen, dass sie nicht ohne Grund in diese fremde Welt gelangt – sie von dunklen Geheimnissen und drohendem Unheil umgeben ist: Die Seelenlosen sind nahe.”

Ich lese relativ selten Fantasy, hauptsächlich wenn ich auf den Autor gespannt bin (wie bei Mackenzie Sturm) oder weil mir Cover und/oder Story zusagen (wie hier). Ein Grund dafür, dass ich sonst immer eine Hand breit Abstand zwischen mir und Fantasy halte, liegt im Pacing. Ich habe häufig ein Problem damit, dass ich erst ständig mit Charakteren und Rassen und Artefakten zugeworfen werde, nur damit dann die nächsten 50 Seiten Landschaftsbeschreibung folgen – quasi eine literarische Zugfahrt durch das platte Niedersachsen (rein metaphorisch). Und Niedersachsen ist wirklich langweilig.

Womit wir gleich zu meinem ersten, riesigen Pluspunkt kommen: Juliane Maibach hat mich zu keinem Zeitpunkt überfordert oder gelangweilt. Ding, ding, ding! Ich hab das Buch in zwei Sitzungen relativ schnell eingeatmet und war immer gespannt. Die Story war angenehm schnell fortschreitend, Eigenschaften der Welt wurden nach und nach vorgestellt und integriert. Liebe Fantasy-Autoren: Wenn ihr auch Deppen wie mich erreichen wollt, dann muss das genau so!

Ich möchte hier nicht zu viel über den Plot sagen, ich denke, dass der Klappentext alles gut wiedergibt ohne zu spoilern. Spoilern mag ich euch das gute Stück nämlich definitiv nicht! Es gab unterwegs so ein, zwei Momente, da habe ich mich in ein riesiges Plothole tappsen gesehen – Juliane Maibach war jedes Mal rechtzeitig mit ihrem Asphalteimer da und hat gespachtelt.

Ich war letztendlich ein bisschen enttäuscht von der Protagonistin. Gwen hat sich in den ersten Seiten wunderbar emanzipiert gezeigt – sie ist Informatikerin, programmiert in ihrer Freizeit und verarscht aufdringliche Typen in Bars. Just my kind of girl!
Leider hat sie sich nach den ersten zwanzig oder dreißig Seiten zum Manic Pixie Dream Girl entwickelt – ich hatte regelmäßig das Bedürfnis, sie mal ganz fest an den Schultern zu packen und zu schütteln. Das Mäuschen versteckt sich gerne hinter dem edlen oder eben nicht ganz so edlen Retter und lässt sich bevormunden, wobei sie ihm durchaus hätte mal ein, zwei Takte erzählen können. Gegen Ende des Buches emanzipiert sich Gwen wieder etwas – aber ich hätte mir trotzdem eine stärkere, eigenständigere Protagonistin gewünscht. Die Basis dafür hat Maibach jedenfalls fantastisch geschaffen.

Apropos edler Retter: Da wäre dann noch Tares. Tares ist… Tares. Und das bleibt er leider auch durchs ganze Buch. Seine Charakterentwicklung war für mich vorhersehbar und generell hätte ich mir mehr Vielschichtigkeit für ihn gewünscht. Gwen beginnt recht früh für Tares zu schwärmen – ich habe mich gefragt warum. Nun ja, andere Ladies, andere Geschmäcker, nur schien es leider so als wüsste Gwen das selbst nicht so richtig. Auch Tares hat sich in der zweiten Hälfte des Buches charakterlich gemacht – ich wäre einfach gerne früher von ihm fasziniert gewesen.

Ja ja, das alles sei Meckern auf hohem Niveau. Ich kann definitiv sagen, dass das Buch meine Erwartungen um Längen übertroffen hat. Ich habe das Buch lange nicht aus der Hand legen können und habe am Ende auch wirklich mitgefiebert. Meiner Meinung nach sind Fans von Fantasy sowie Romantasy hier wirklich gut bedient und sollten definitiv den einen oder anderen Blick ins Buch werfen! Auch Genrefremde könnten hier durchaus ihren Spaß haben, also nur Mut! Öfter mal was Neues ausprobieren und so – ich habe es definitiv nicht bereut. Für mich steht fest: von der Autorin (aktuell übrigens schwanger – herzliche Glückwünsche!) werde ich definitiv mehr lesen.

Neugierig geworden? Hier findet ihr eine Leseprobe!

Juliane Maibach auf Twitter

 

One thought on “Rezension: Seelenlos – Splitterglanz von Juliane Maibach

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